07. Sep. 2016

6 Strategien, damit Ihre Prozessorkerne keine Microsoft-Lizenzen mehr verbrennen

Die neuen Releases von Microsoft Windows Server 2016 und Microsoft System Center 2016 werden voraussichtlich noch diesen Oktober auf den Markt kommen. Die wohl größte Veränderung, die Sie dabei erwartet, ist die Umstellung des Softwarelizenzierungsmodells für diese Produkte von einer prozessor- auf eine core-basierte Lizenzmetrik.

Warum stellt Microsoft sein Lizenzmodell um? Mit diesem Schritt passt Microsoft sich der technischen Entwicklung der letzten Jahre an, die Kunden den Einsatz immer leistungsstärkerer physischer Server mit immer weniger physischen CPUs und mehr Kernen pro CPU ermöglicht. Es ist nachvollziehbar, dass Microsoft versucht, von dieser Verlagerung innerhalb der Branche zu profitieren.

Doch was bedeutet das konkret für Sie? Sie müssen sich auf neue Metriken einstellen, die eine besonders sorgfältige Verwaltung erfordern. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die core-basierte Lizenzierungstiefe Löcher in Bestand und Budget Ihres Unternehmens reißt. Wir erklären Ihnen, wie Sie das vermeiden können.

Neue Rahmenbedingungen: Von CPU/CAL- zu Core/CAL-Lizenzierung

Die Lizenzierung von Windows Server 2016 erfolgt künftig über ein Core/CAL-Lizenzmodell. Richten sich beim aktuell geltenden CPU/CAL-Modell die Lizenzen noch nach der Anzahl der CPUs im physischen Server, plant Microsoft in Zukunft die Anwendung eines neuen, core-basierten Modells, das jedoch auch Hardwaremerkmale berücksichtigt.

Das bedeutet, dass für die Lizenzierung physischer Server mit Windows Server 2016 unabhängig von der jeweiligen Edition mindestens 16 Core-Lizenzen pro Server und mindestens 8 Core-Lizenzen pro physischer CPU erforderlich sein werden. Der Bedarf an Clientzugriffslizenzen (Client Access License, CAL) für Benutzer und/oder Geräte bleibt der gleiche.

Rote Felder bedeuten künftig zusätzliche Kosten!

Wie bei den früheren Releases Microsoft Windows Server 2012 und 2012 R2 werden zwei Versionen angeboten: Die Standard- und die Datacenter-Version. Bei den Virtualisierungsrechten bleibt alles beim Alten, d. h. der Kunde ist weiterhin berechtigt, mit der Windows Server 2016 Standard-Lizenz bis zu zwei virtuelle Maschinen auf einem ordnungsgemäß lizenzierten physischen Server auszuführen. Eine uneingeschränkte Virtualisierung ermöglicht eine Windows Server 2016 Datacenter-Lizenz bei ordnungsgemäßer Zuweisung zu einem physischen Server.

6 Strategien zur Vermeidung von Zusatzkosten

Dies ist nicht das erste Mal, dass Microsoft eine neue Lizenzmetrik einführt und so sind wir wenigstens in der Lage, die bisherigen Erkenntnisse jetzt zu nutzen. Folgende 6 Aspekte sollten Sie bei der Planung der Lizenzierung für Windows Server 2016 unbedingt berücksichtigen:

  1. Wenn Sie über einen bestehenden Lizenzvertrag verfügen („Enterprise Agreement“ oder „Server and Cloud Enrollment“), können Sie bis zu dessen Ablauf weiter Prozessorlizenzen erwerben.
  2. Wenn Sie zum Zeitpunkt der allgemeinen Verfügbarkeit von Windows Server 2016 über eine aktive Software Assurance (SA) verfügen, können Sie ohne zusätzliche Kosten ein Upgrade durchführen. Anschließend können Sie das CPU/CAL-Lizenzmodell bis zum Ablauf der Software Assurance weiternutzen und müssen erst dann zum Core/CAL-Modell wechseln.
  3. Der Migrationspfad folgt einem Standardverhältnis von 16 Core-Lizenzen (8 Zwei-Core-Pakete) für jede Zwei-Prozessor-Lizenz mit SA.
  4. Der Preis für 8 Zwei-Core-Pakete entspricht dem einer Zwei-Prozessor-Lizenz.
  5. Für einen ordnungsgemäß lizenzierten Server mit mehr als 2 CPUs und/oder mehr als 8 Cores pro CPU gewährt Microsoft zusätzliche Lizenzen, wenn Sie eine Bestandsaufnahme nachweisen können, um Ihre physische Umgebung zum Zeitpunkt des Übergangs zu dokumentieren. Falls keine Bestandsaufnahme erfolgt, wird lediglich das Standardverhältnis zugrunde gelegt!
  6. Die Bestandsaufnahme können Sie mit einem entsprechenden Tool selbst durchführen und dürfen dabei auch andere Tools als die von Microsoft wie z. B. das Assessment Planning Toolkit oder den Software Inventory Logging Aggregator einsetzen. Bei der Bestandsaufnahme ist es besonders wichtig, alle zugewiesenen Lizenzen in der physischen Serverumgebung zu dokumentieren, die migriert wurden.

Handlungsempfehlung: Proaktiv den Überblick behalten

Zusammenfassung: Wenn Ihr Unternehmen Microsoft Windows Server einsetzt, sollten Sie sich sorgfältig auf die Migration zur neuen 2016er Version vorbereiten, anderenfalls laufen Sie Gefahr, unnötig Geld für Softwarenutzung und Lizenzen zu verbrennen. Möglicherweise nutzt Ihr Unternehmen bereits jetzt zu viele Lizenzen, oder vorhandene Lizenzen fallen beim Übergang zum Core/CAL-Modell weg.

Prüfen Sie zunächst, ob es sich lohnt, noch vor der allgemeinen Verfügbarkeit von Windows Server 2016 im Rahmen der Software Assurance Lizenzen zu erwerben. Erarbeiten Sie anschließend eine Strategie für die Durchführung einer angemessenen Bestandsaufnahme für die unvermeidliche Übergangsphase. Alle diese Maßnahmen tragen zur Senkung Ihrer Lizenzierungskosten bei.

Fazit: Behalten Sie den Überblick über Ihre Cores, um vermeidbare Lizenzkosten zu sparen!



Themen: Microsoft, SAM Insights




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