17. Sep. 2019

Änderung in der Microsoft-Lizenzierung 2019: Das sollten Sie wissen

Anmerkung der Redaktion: Dieser Blog ist ein Auszug aus einem längeren Artikel über die Microsoft-Lizenzveränderungen, der ursprünglich von der ITAM Review am 13. August 2019 veröffentlicht wurde. Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

Im Wettbewerb um die größte Cloud hat Microsoft einen entscheidenden Zug gemacht. Die neuen Lizenzveränderungen schränken konkurrierende Cloud-Lösungen ein – und erhöht damit die Attraktivität von Azure.

Dieser Blog verschafft Ihnen einen Überblick über die neuen Microsoft-Lizenzierungsänderungen für die Cloud.

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Microsoft-Lizenzierung in der Cloud

Wie ist die aktuelle Situation?

Möchten Sie Microsoft-Anwendungslizenzen in die Cloud übertragen, haben Sie 2 Möglichkeiten:

  • Kaufen Sie die Lizenz mit Software Assurance (SA), um die Rechte von License Mobility zu erhalten.
  • Speichern Sie die Anwendung auf einem Microsoft Server, für dessen für Nutzung Sie lizenziert bestimmt sind.

Möglichkeit 1: Die Regeln von Microsoft beginnen, wenn Software auf "Shared Servern" installiert wird. Hier ist Ihre Instanz einfach eine von vielen virtuellen Maschinen, die auf diesem physischen Server laufen. In diesem Szenario ist eine SA (kurz für Software Assurance – Wartungs- und Supportvertrag) erforderlich. So erhalten Sie die benötigten Rechte, um Ihre lokalen Lizenzen in dieser Cloud-Umgebung auszuführen.

Möglichkeit 2: Speichern Sie Ihre Software auf einen dedizierten Server. Die Software wird immer noch im Rechenzentrum des Drittanbieters gehostet, aber nur von Ihnen genutzt. Die Instanzen anderer Unternehmen werden nicht auf dieser physischen Hardware ausgeführt, sondern nur die für Ihr Unternehmen. Da der Server nicht gemeinsam genutzt wird, wird keine SA benötigt, damit die Lizenzen in diesem Szenario verwendet werden können.

Microsoft-Lizenzierungsszenarien

Was ändert sich?

Microsoft hat angekündigt, dass ab dem 1. Oktober 2019 Lizenz-Mobilitätsrechte – typischerweise durch den Kauf von SA erworben und gewährt – auch auf dedizierten Hosts von bestimmten Public Cloud-Anbietern erforderlich sein werden. Diese werden auch "Listed Provider" genannt und sind:

  • Microsoft
  • Alibaba
  • Amazon (einschließlich VMware Cloud* auf AWS)
  • Google

Diese Änderungen der Cloud-Lizenzierung gelten für alle Lizenzen, die ab dem 1. Oktober 2019 erworben werden. All diejenigen Lizenzen, die vor diesem Datum erworben wurden, behalten die Rechte für die Verwendung auf dedizierten Hosts bei den Listed Providers. Für Software Assurance-Kunden erfordert das Upgrade auf eine neue Version die Einhaltung der neuen Lizenzregeln.

*VMWare Cloud wird hier aufgelistet, aber nicht die entsprechenden Angebote auf Azure und der Google Cloud Plattform. Ich nehme an, das ist eher ein Versehen.

Wenn Sie im Bereich Software Asset Management (SAM) arbeiten sollten Sie jede Änderung beobachten und Ihre Daten kennen und strukturieren. Sie sollten anfangen, die Kaufdaten Ihrer Microsoft-Anwendungen zu verfolgen und wissen, welche Lizenzen den entsprechenden dedizierten Umgebungen von Drittanbietern zugeordnet sind. Außerdem wichtig nachzuvollziehen sind Aktualisierungen bestehender Windows Server-Lizenzen, da diese dazu führen, dass neue Regeln in Kraft treten.

Wenn Sie also bereits Windows Server 2019 mit SA in einer Amazon Dedicated Environment einsetzen, ist das in Ordnung... aber wenn Sie Ihre neuen Versionsrechte verwenden, um diese Instanz auf Windows Server 2022 (oder wie auch immer die nächste Version heißt) zu aktualisieren, können Sie sie nicht mehr in dieser dedizierten Umgebung ausführen.

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Microsoft Windows Server

Die Änderung erfordert, dass Lizenzen über Mobilitätsrechte verfügen, um auf der dedizierten Hardware ausgeführt zu werden. Der Windows Server enthält keine Lizenz-Mobilitätsrechte – auch nicht mit Software Assurance. Dies bedeutet, dass der Windows Server nach dem 1. Oktober 2019 nicht mehr mit den aufgelisteten Providern verwendet werden kann – auch nicht in einer dedizierten Umgebung. Zudem kamen Windows Server-Lizenzen nie für eine Verschiebung in eine gemeinsam genutzte Serverumgebung in Frage. Die einzige Option für die Verwendung Ihrer lokalen Windows Server-Lizenzen in der Public Cloud sind die Azure Hybrid Rights von Microsoft.

Sobald die Änderung in Kraft tritt, müssen Sie Windows Server-Lizenzen vom Anbieter über SPLA erwerben... außer Sie verwenden den neuen Azure Dedicated Host Service von Microsoft – dort können Windows Server Azure Hybrid Rights verwendet werden. Nachfolgend finden Sie weitere Informationen zu diesem neuen Angebot.

Microsoft Windows Desktops

Wenn Sie Windows-Desktops auf dedizierter Hardware mit den aufgelisteten Providern – wie z.B. Amazon Workspaces – bereitgestellt haben, wirkt sich diese Regeländerung auch dort aus.

Bei Ihrer SA-Erneuerung ist für den weiteren Betrieb von Windows Enterprise in diesem Szenario Windows VDA E3/E5 pro Benutzerlizenz erforderlich.

Natürlich können diejenigen, die mit Windows 10 E3/E5 oder Microsoft 365 E3/E5/F1 lizenziert sind, stattdessen Windows Virtual Desktop verwenden.

Warum finden diese Lizenzänderungen von Microsoft jetzt statt?

So äußert sich Microsoft zu dem Thema:

„Die Entstehung von dedizierten gehosteten Cloud Services hat die Grenze zwischen traditionellem Outsourcing und Cloud Services verwischt."

Diese dedizierten Hosts, zumindest mit den Listed Providers, bieten viele Funktionen, die denen von Shared Servern ähnlich sind. Das schließt Elastizität, On-Demand-Provisioning und ein Pay-as-you-go-Modell mit ein.

Wie wirken sich diese Änderungen auf die Lizenz-Compliance aus?

Wenn Sie Microsoft-Software derzeit auf dedizierter Hardware mit den Listed Providers betreiben, müssen Sie keine Änderungen vornehmen. Wenn Sie jedoch planen, nach dem 1. Oktober 2019 weitere Lizenzen in diese Umgebungen hinzuzufügen, sollten Sie über eine Software Assurance für diese zusätzlichen Anwendungslizenzen verfügen. Stellen Sie sicher, dass die betreffende Anwendung die Rechte von License Mobility unterstützt.

Sie können neu erworbene Windows Server-Lizenzen auch nicht in einer dedizierten Umgebung bereitstellen. Sie müssen sich die Kosten für die Beschaffung über SPLA bei Ihrem Listed Provider ansehen. Alternativ können Sie auch die Migration Ihrer dedizierten Umgebung auf Azure Dedicated Hosts betrachten und Azure Hybrid Rights verwenden.

Was ist mit physischen Hosts von Microsoft Azure?

Die neueste Azure-Version von Microsoft bietet physische Hosts, die für die Nutzung durch eine einzige Organisation vorgesehen sind. Die neuen Lizenzregeln beziehen sich genau auf diese Art von Umgebung. Obwohl Windows Server-Lizenzen, die nach dem 1. Oktober 2019 erworben werden, selbst mit SA, nicht in dedizierten Umgebungen von Amazon, Alibaba und Google verwendet werden können, hat Microsoft die Hybrid-Nutzungsrechte erweitert, um in seiner eigenen Umgebung zu arbeiten. Mehr dazu in meinem ausführlichen Artikel.

Was ist mit SPLA?

Microsoft ist sich bewusst, dass diese Änderung nicht für andere als die aufgeführten Anbieter gilt und dass es keine Änderungen am SPLA-Programm (Services Provider License Agreement) geben wird.

Fazit für Microsoft-Lizenzierungsänderungen

Die Lizenzänderung ist ein recht mutiger Schritt von Microsoft. Er scheint darauf abzuzielen, die Attraktivität von dedizierten Umgebungen mit Amazon, Alibaba und Google zu verringern. Und er soll wahrscheinlich dazu führen, dass Kunden auf Azure Dedicated Hosts und/oder zu Azure Public Cloud Services wechseln. Selbst wenn die Kunden sich dafür entscheiden, bei den anderen Anbietern zu bleiben, wird sie ihre Abhängigkeit von der "Old School"-Lizenzierung vor Ort verringern – was eines der Hauptziele von Microsoft ist – und einen (kleinen?) Anstieg der SPLA-Umsätze über die drei konkurrierenden Anbieter sehen.

Möchten Sie erfahren, wie die Öffentlichkeit auf diese Microsoft-Lizenzveränderungen reagiert – und was die größeren Auswirkungen auf ITAM sind? Lesen Sie den Originalartikel auf der ITAM Review Website.



Themen: Cloud, Microsoft, Lizenzbeschaffung und Verträge, Microsoft Azure