19. Sep. 2016

Brandolinis Gesetz ist jetzt FLEXibel

Kennen Sie Brandolinis Gesetz? Es lautet in etwa so: „Die Energiemenge, die nötig ist, um Bullshit zu widerlegen, ist um ein Vielfaches größer als die erforderliche Energiemenge, um Bullshit zu erzeugen.“

Aus diesem Grund mache ich mir in aller Regel nicht die Mühe, Bullshit (kurz BS) zu widerlegen, den ein Mitbewerber in die Welt setzt. Wenn jedoch ein Produktvorteil derart verkürzt – und damit in einem anderen Licht  – dargestellt wird, mache ich eine Ausnahme.

Häufig werde ich gefragt, warum wir bei Aspera unseren Kunden die folgende Auskunft geben:

„Die einzigen beiden von IBM zugelassenen Tools für Virtualization Capacity (oder Sub-Capacity) sind ILMT und BigFix. Daher empfehlen wir diese Tools als Datenquellen für Aspera.“

… während jener „FLEXible Wettbewerber“ auf seiner Website erklärt:

„Von IBM für das Sub-Capacity-Reporting zugelassen“.

In diesem Zusammenhang könnte die Klarstellung von IBM aus dem IBM-Entwicklerforum DeveloperWorks hilfreich sein:

Sinngemäß übersetzt: „Die Flexera-Lösung wird von IBM weder zertifiziert noch validiert.“

Sie finden das verwirrend? Einigen Kunden von Flexera ging es ähnlich. Flexera hat daraufhin vor kurzem die folgende Erklärung auf seiner Website veröffentlicht. Scrollen Sie zur Textbox auf der Mitte der Website oder lesen Sie einfach hier nach:

Bedingungen für die Zustimmung von IBM

„Zur Erfüllung Ihrer Reporting-Pflichten gemäß den Bedingungen der Sub-Capacity-Lizenzierung lässt IBM zu, dass Sie FlexNet Manager for IBM Version 2015 R2 oder höher als Alternative zu IBM License Metric Tool (ILMT) installieren. Voraussetzung hierfür ist, dass FlexNet Manager for IBM denselben Funktionsumfang wie die aktuelle Version von ILMT und gleichwertige Reporting-Funktionen bietet (einschließlich eines uneingeschränkten Mindest-Scan-Intervalls von 30 Minuten) und zu jedem Zeitpunkt ordnungsgemäß von Ihnen installiert, konfiguriert und verwaltet wird. Sie sind dafür verantwortlich, diese Bedingungen gemeinsam mit Flexera Software zu erfüllen. Werden zur Erfüllung dieser Bedingungen zusätzliche Produkte von Flexera Software benötigt, müssen Sie diese erwerben. IBM behält sich das Recht vor, Ihre Installation von FlexNet Manager for IBM mithilfe Dritter zu überprüfen. Diese Autorisierung ist auf die Nutzung von FlexNet Manager for IBM für die Prozessornutzung betreffende Discovery- und Reporting-Prozesse beschränkt, die entweder nativ oder mit IBM License Metric Tool (ILMT), Tivoli Asset Discovery for Distributed (TADd) oder IBM BigFix Inventory integriert ausgeführt werden. Diese Autorisierung gilt nicht, wenn die Lösung von Flexera Software als Aggregator/Dashbord eingesetzt und die Prozessornutzung zu Reporting-Zwecken mit Tools anderer Drittanbieter erfasst wird. Von der Wahlmöglichkeit des Systemtools abgesehen, bleiben alle anderen Bedingungen der Sub-Capacity-Lizenzierung unverändert bestehen.

Die oben stehenden Bedingungen müssen von IBM akzeptiert werden.“

Zusammengefasst:

  • SIE sind dafür verantwortlich, dass Flexera denselben Funktionsumfang wie die aktuelle Version von ILMT bietet.
  • SIE gewähren IBM zusätzliche Audit-Rechte.
  • SIE müssen möglicherweise zusätzliche Produkte von Flexera erwerben.
  • Es handelt sich nicht um IBMs offizielle Abnahmebedingungen, sondern lediglich um die Bedingungen für eine Zustimmung, die IBM vielleicht erteilen wird.

Bedingungen für die Zustimmung, denen erst noch zugestimmt werden muss, bevor die Anwendung zugelassen wird – das ist doch etwas anderes als „zugelassen“. Ein eindeutiger Fall von BS, wenn Sie mich fragen ...

Was Flexera zu dieser Aussage veranlasst hat, werden wir sicher irgendwann in Buchform nachlesen können. Bis dahin sollten Sie sich die Frage stellen, ob Ihnen an einer Zusammenarbeit mit einem derart FLEXiblen Anbieter gelegen ist oder ob Sie einen verlässlichen, soliden Softwarepartner bevorzugen.

Viel Spaß!
/cb



Themen: IBM, SAM Insights




Kommentare (0):

Es gibt noch keine Kommentare.