14. Sep. 2017

Wie Sie sich mit Lizenzmanagement im Zoo der IaaS-Cloud-Provider orientieren

Anders als im Rechenzentrum lassen sich gemietete Cloud-Instanzen („Infrastructure as a Service - IaaS“) sehr dynamisch bereitstellen und an den aktuellen Bedarf an Rechenkapazität anpassen. Viele Unternehmen wollen diese Vorteile nutzen und arbeiten derzeit intensiv an einer Cloudstrategie.

Wichtige Ziele hierbei sind, die Compliance sicher zu stellen und die vorhandenen Lizenzassets auch in der Cloud bestmöglich einzusetzen. Die eigenen, bereits vorhandenen Lizenzen dabei in die Cloud zu übertragen wird als "Bring Your Own License" (BYOL) bezeichnet.

Zoo of IaaS Cloud Providers

Der richtige Eingang in die Cloud

Wenn auch Sie sich auf den Weg in die Public Cloud machen, sollten Sie aus der Lizenzmanagement-Perspektive die folgenden Kernfragen beantworten:

  • Welcher Cloudanbieter eignet sich für welche Software?
  • Für welche Software lohnt es sich, die Lizenzen zusammen mit der Infrastruktur zu mieten? Für welche Software setzen Sie Ihre eigenen Lizenzen ein (BYOL)?
  • Welche Lizenzbedingungen gelten für Ihre BYOL-Lizenzen in den jeweiligen Cloudumgebungen?
IaaS Cloud
SmartTrack Cloud Dashboard für Amazon AWS - alles auf einen Blick

Erstes Gebot: Compliance bewahren!

Häufig ist zu lesen, dass sich das Lizenzmanagement von einem Compliance- zu einem Kostenthema entwickelt. Dies ist zweifellos richtig, zeichnet aber kein vollständiges Bild. Das Softwarelizenzmanagement muss sich heute nach wie vor um beide Themen kümmern, denn die Kosten sind wichtig, aber die Compliance ist erforderlich!

Ihr SAM-Team steht hier vor der Herausforderung, eine konsolidierende Compliance-Sicht auf die Rechenzentren und die eingesetzten Cloudumgebungen zu liefern. Dazu müssen die erforderlichen Daten aus der Cloud extrahiert und mit den Daten der eigenen Infrastruktur zusammengeführt werden. Dann gilt es, die gemietete Software (kein Compliancerisiko) von der selbst installierten Software zu unterscheiden. Dazu können beispielsweise Software-Tags oder Maschinen-Images verwendet werden.

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Konsolidierte Compliance-Sicht auf die gesamte Infrastruktur - einschließlich Public Cloud!

Zähmen Sie den Kostentiger

So stark sich die Mietangebote von Amazon AWS, Microsoft Azure, Oracle Cloud, Google Cloud und andere IaaS-Provider auch ähneln, so unterschiedlich sind die Kosten, die Ihnen für BYOL entstehen: Viele Softwarehersteller legen für jede Public Cloud unterschiedliche Lizenzbedingungen fest. Ein Beispiel:

Oracle sorgte mit einer Änderung seiner Lizenzbedingungen für die Amazon-Cloud für Aufsehen: Anfang des Jahres verkündete der Hersteller, dass Oracle-Corefaktoren für Amazon's AWS-Umgebung bei der Berechnung des Lizenzbedarfs nicht mehr angewendet werden dürfen. Da die Amazon-Cloud auf Intel Xeon-Prozessoren basiert, für die normalerweise ein Oracle-Corefaktor von 0.5 gilt, bedeutet diese Änderung im Klartext eine Verdoppelung der Lizenzkosten.

Zusätzlich erschwert das große Serviceangebot mit den unterschiedlichen Abrechnungsmodellen den Kostenüberblick: Ist es beispielsweise günstiger, eine Cloudinstanz im "OnDemand"-Modell zu betreiben (Kosten entstehen nur wenn die Maschine läuft), oder ist "Reserved" die bessere Alternative, weil dabei zwar fixe, aber geringere Kosten pro Zeiteinheit anfallen?

Mehr zur Cloud: 7 SaaS-Risiken, die Sie vermeiden sollten

Mieten Sie nur was Sie brauchen

Auch lohnt sich ein Blick auf die angemessene Dimensionierung der gemieteten Instanzen. Die Sichtweise des Softwarelizenzmanagements kann hierbei von der Sichtweise des IT-Betriebs abweichen, denn auch ungenutzte Rechenkerne müssen im BYOL-Modell lizenziert werden und können signifikante Lizenzkosten verursachen.

Für fundierte Entscheidungen zur Kostenoptimierung durch Wechsel des Instanztyps („Resizing“) müssen die Anforderungen und Kosten von IT-Betrieb, Softwarelizenz-management und Business gemeinsam betrachtet werden. Umsetzen lassen sich Kapazitätsveränderungen von Cloudinstanzen dagegen oft kurzfristig und unkompliziert. Neuerdings bietet Amazon sogar die Möglichkeit, reservierte Instanzen wieder auf dem Marketplace anzubieten. Es gilt:

Nur wer die tatsächliche Nutzung von Instanzen und Software durch Monitoring im Auge behält und daraus die richtigen Entscheidungen ableitet, erlebt bei der Abrechnung keine Überraschungen.

IaaS Cloud
Überwachung der genutzten Rechenkapazitäten von Cloud-Instanzen

Manege frei für Ihr Cloud-Hosting

Die drei folgenden Empfehlungen sollen Ihnen dabei helfen, Cloud-Hosting mit effektivem Lizenzmanagement zu vereinen:

  1. Behalten Sie die Risiken im Blick und kümmern Sie sich als erstes um die Compliance, dann um die Kostenoptimierung
  2. Optimieren Sie Ihre gemieteten Ressourcen nicht nur aus der Sicht des IT-Betriebs, sondern auch aus der Perspektive des Softwarelizenzmanagements
  3. Scheuen Sie bei IaaS nicht, auf mehrere Cloudanbieter zu setzen

Also wagen Sie sich in den Zoo und fordern Sie Ihr SAM-Tool heraus. Es lohnt sich!

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Weiterführende Informationen

 

  1. Amazon RDS for Oracle Database
  2. Easily bring your SQL Server licenses to Azure VMs
  3. Oracle effectively doubles license fees to run its stuff in AWS
  4. What Is Amazon EC2? 

 

 



Themen: Lizenzoptimierung, Cloud




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