10. Jun. 2020

Leitfaden für IT-Manager zur Software-Verwaltung in der hybrid Cloud-Welt

Die Cloud-Adaption schreitet rasant voran. Der globale Hybrid-Cloud-Markt wird bis 2023 voraussichtlich 138 Milliarden US-Dollar erreichen. Und Untersuchungen zeigen, dass Cloud-Kostenmanagement als Teil einer umfassenden Software Asset Management Initiative in dieser hybriden Cloud-Welt ein Schwerpunkt für IT-Führungskräfte sein muss. Im Gartner-Bericht von 2019, „Software Asset Management for the Cloud: Consumption Management and Optimization Take Center Stage“, erklären die Gartner-Analysten, dass „digitale Initiativen die Adaption von Cloud-Diensten vorantreiben und deren Erfassung, Verwaltung und Optimierung zu einer unausweichlichen Notwendigkeit machen“.

An IT Leader's Guide to Managing Software in a Hybrid Cloud World | Aspera Blog

Wenn Sie in der IT arbeiten, dann reden Sie wahrscheinlich über Cloud Computing – und zwar über eine hybride Cloud. Die Definition der hybriden Cloud kann jedoch stark variieren. Es ist ein verwirrender Begriff, der verschiedene Bedeutungen haben kann, je nachdem, ob es sich um Rechenzentren oder benutzerbezogene Softwareinstallationen handelt.

Was ist die Hybrid Cloud?

Gartner definiert Hybrid Cloud Computing so: „Hybrid Cloud Computing bezeichnet die richtlinienbasierte und koordinierte Bereitstellung, Nutzung und Verwaltung von Diensten über einen Mix aus internen und externen Cloud Services hinweg“. Hier spricht Gartner also darüber, wie die hybride Cloud in einer Rechenzentrumsumgebung funktioniert und über die Koordination zwischen dem, was Sie vor Ort haben, und dem, was Sie in der Cloud haben.

Office 365 ist ein Beispiel für eine benutzerbezogene Standard-Anwendung. Beim Kauf eines Office-365-Abonnements sind einige webbasierte Anwendungen oder Dienste mit dabei wie useTeams oder Yammer. Aber es gibt auch Abonnements wie E3 und E5, die sich üblicherweise an Unternehmen richten. Dabei können Sie über eine webbasierte Plattform auf Anwendungen zugreifen und diese auch vor Ort auf Ihrem Desktop installieren. Das ist ein hybrides Cloud-Szenario.

Lassen Sie uns für diese Diskussion eine Hybrid-Cloud als eine Cloud-Computing-Umgebung definieren, die eine Mischung aus lokalen, Private- und Public-Cloud-Services von Drittanbietern verwendet. Die größte Herausforderung für das Cloud-Kostenmanagement in der Hybrid-Cloud besteht darin, dass Sie Ihre Nutzung und Compliance in beiden Umgebungen begreifen müssen, damit Sie nur die Software bezahlen, die Sie auch benötigen.

Hybrid Cloud: Public-, Private- und On-Premises-Lizenzmanagement

Der wichtigste Aspekt dabei ist, dass die Lizenzregeln und Produktnutzungsrechte unterschiedlich sind, je nachdem, ob es sich um Public Cloud, Private Cloud oder lokale Lizenzumgebungen handelt. Das bedeutet, dass Ihre größte Herausforderung im Cloud-Kostenmanagement darin besteht, dass Sie Ihre Kosten in allen Umgebungen verwalten müssen. Um Kosteneinsparungen durch Cloud-Kostenoptimierung zu identifizieren, benötigen IT-Verantwortliche eine vollständige Übersicht über IaaS-, PaaS- und SaaS-Umgebungen.

Nehmen wir den Azure SQL-Server als Beispiel. Sie haben hier zwei Lizenzierungsoptionen: Pay-As-You-Go (PAYG) und Bring Your Own License (BYOL). Wenn Sie sich für PAYG entscheiden, würde ein Jahresabonnement, das 100% der Nutzung abdeckt, 84.000 Dollar für Infrastruktur und Software kosten. Aber wenn Sie Lizenzen, die Sie bereits für Ihre lokale Umgebung besitzen, in der Cloud anwenden, dann gibt es den versteckten Vorteil einer hybriden BYOL-Nutzung, der Kosteneinsparungen von 10.000 US-Dollar ermöglichen kann, abzüglich Ihrer Software-Assurance-Kosten.

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Die neue Weltordnung: Eine hybride Cloud-Existenz

Die meisten von uns leben bereits in einer hybriden Cloud-Welt – mit einer Mischung aus Lizenzen für lokale und Cloud-basierte Services. Der Cloud-Markt wächst bekanntlich. Gartner-Studien zeigen, dass „in den wichtigsten IT-Märkten die Verlagerung in die Cloud bis 2022 auf 28% steigen wird“. . Einige Anbieter geben ihre klassischen Lizenzen jedoch nur langsam auf, und die meisten Unternehmen sind noch nicht in der Lage, zu 100% in einer Cloud-basierten Umgebung zu agieren.

Behalten Sie im Hinterkopf, dass auch Softwareanbieter sich abmühen, mit der Cloud-Konvertierung Schritt zu halten. Mit der Umstellung auf die Cloud gehen veränderte Vorgehensweisen bei Software-Lizenzprüfungen einher. Da Gebühren für Cloud-Service (z.B. SaaS) möglicherweise den Umsatz verwässern und kurzfristige Gewinne reduzieren, können Sie mit verschärften Softwarelizenz-Audits rechnen, wenn Anbieter versuchen, Verträge auf die Cloud zu übertragen oder verlorene Umsätze auszugleichen.

Mit einem starken Software Asset Management in der Cloud können Sie von dem Druck profitieren, den Anbieter verspüren, um Sie in die Cloud zu schieben. Wenn Sie sich gut auf Verhandlungen vorbereiten, dann kann das Audit für das Ergebnis Ihres Unternehmens von Nutzen sein.

Hier sind zwei Strategien, um das Cloud-Kostenmanagement in der Hybrid Cloud voranzutreiben:

  1. Ungenutzte klassische Lizenzen gegen Cloud Services tauschen. Anbieter sind verzweifelt darauf bedacht, Cloud-Abonnements voranzutreiben. Infolgedessen können Sie in den Auditverhandlungen oftmals ungenutzte „Shelfware“-Lizenzen (Lizenzen, die Sie bereits besitzen, aber nicht wirklich benötigen oder verwenden) und Wartungskosten in neue Cloud-Services überführen. Größere Anbieter haben dafür tatsächlich Programme mit Rabatten und Anreizen eingerichtet. Denken Sie aber daran, die vergünstigten Cloud-Services nur für die Lizenzen zu kaufen, die Sie wirklich nicht benötigen. Wir haben schon extrem hohe Rabatte für Kunden gesehen, die sich bei ihrem Lieferanten positionieren und von diesen Programmen profitieren.
  2. Cloud-Services kaufen, um Audit-Gebühren zu vermeiden. Anbieter könnten Sie dazu drängen, Cloud-Services anstelle von zusätzlichen Gebühren während eines Audits zu kaufen, auch wenn Sie diese nicht wirklich benötigen. Der Verkauf von Cloud-Services hat für Anbieter nach wie vor höchste Priorität, obwohl viele Cloud-Abonnements langsam oder vielleicht gar nicht implementiert werden. Obwohl beispielsweise Office 365 ein Umsatzwachstum verzeichnet, sind Unternehmen, die diese Lizenzen erworben haben, möglicherweise gar nicht in der Lage, sie zu verwenden. Seien Sie sich darüber im Klaren, welche Abo-Services Sie jetzt benötigen – und vermeiden Sie es, Ihr Budget für Cloud-Lizenzen aufzubrauchen, die im Großen und Ganzen zu Regalware werden.
  3. Zusammenschluss Ihrer Assets durch Lizenzierung von Cloud-Diensten (alles in einem). Eine weitere Strategie von Anbietern wie Microsoft ist die Vereinfachung! Hier decken die Cloud-Lizenzen Cloud- und On-Premises-Nutzung ab. Tatsächlich enthalten die Office 365-Produkte Doppelzugriffsrechte, die dem Benutzer den Zugriff auf Online-Dienste sowie auf Servern vor Ort ermöglichen. Beispielsweise berechtigt das Exchange Online-Benutzerabonnement seinen Benutzer zum Zugriff auf Exchange Online-Dienste sowie auf Exchange Server-Funktionen, was Exchange Server-CAL (Client-Zugriffslizenzen) nutzlos macht. Darüber hinaus decken größere O365-Suiten wie Microsoft 365 auch diese Office Server-Installationen ab. Diese Option vereinfacht nicht nur die Lizenzierung von Microsoft, sie kann auch dazu führen, dass Sie keine Software Assurance für diese On-Prem-Produkte mehr bezahlen müssen, da diese bereits in den Cloud-Abonnements enthalten sind.

Cloud-Compliance: Donnerwetter mit vielen Risiken

Ein verbreiteter Mythos ist, dass sich das Compliance-Risiko mit zunehmender Cloudadaption verringert. Die Gartner-Studie zeigt jedoch, dass sich mit zunehmender Verbreitung von SaaS die Compliance-Metriken von einem einfachen zählerbasierten System (pro CPU, pro Kern, pro Installation) zu einem komplexeren verbrauchsbasierten System verschieben (pro CPU-Stunde, pro autorisiertem Benutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt).

Wie wirken sich also Änderungen bei den Compliance-Metriken auf Ihr Risiko aus? Verbrauchsgesteuerte Kennzahlen können erhebliche zusätzliche finanzielle Risiken durch ungeplante Kosten mit sich bringen, insbesondere wenn mehr Stunden als erwartet genutzt werden. Eine effektive Lösung ist die Implementierung von verbrauchsbasierten Analysen in Ihrer SAM-Architektur, um ungeplante Kosten und Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Neben einer Verschiebung bei den Metriken gibt es noch einige andere Bereiche, in denen die Cloud ein erhöhtes Compliance-Risiko für Ihr Unternehmen mit sich bringt. Indem Sie umfassende Maßnahmen zur Absicherung der folgenden Risikobereiche definieren, können Sie Ihr Software Asset Management weiter Cloud-sicher machen:

  • Nicht genehmigte und unbemerkte Dienste: Cloud-Services werden auch außerhalb der IT-Abteilung erworben.
  • Hybride Nutzung: Ihre Cloud-Benutzer verwenden neben der Cloud auch lokale Dienste.
  • Teilen von Berechtigungen: Ist Ihr Benutzer wirklich der autorisierte Benutzer?
  • Geografie: Gibt es eine Nutzung außerhalb des Lizenzgebiets?
  • Juristische Personen: Gibt es eine Nutzung außerhalb der lizenzierten Unternehmen?
  • Multiplexing/Systemintegration: Erhöhtes Potenzial für „indirekte Nutzung“.
  • Zugriff durch Dritte: Zusätzliches Compliance-Risiko.

Cloud Discovery: Stürmische Zeiten

Es ist kein Geheimnis, dass das Rückgrat eines erfolgreichen Software Asset Managements von akkuraten und aktuellen Datenquellen zu Ihrem Softwarebestand abhängt. Cloud Services könnten jedoch die Fähigkeiten Ihrer derzeitigen Discovery-Tools unterlaufen.

Da sich Ihre SAM-Umgebung mit jeder neuen Cloud-Implementierung verändert, werden Erkennungswerkzeuge schnell obsolet. In einem Bericht aus dem Jahr 2016 stellte Gartner fest, dass bestehende Discovery-Tools bis 2019 für 90% der SAM-Anforderungen nutzlos sein werden.

Ein Tool beispielsweise, das in Ihrer physischen Windows-Umgebung läuft, ist nicht dasselbe Tool, wenn es in mobilen oder Cloud-Umgebungen läuft. Sie können Risiken minimieren, indem Sie Ihre SAM-Architektur um zusätzliche Datenquellen und Cloud-Kostenmanagement-Tools erweitern, die Veränderungen in den Lizenzmodellen abbilden.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, den umfangreichen Einsatz von Cloud Services zu bewältigen. Stellen Sie sicher, dass Sie über potenziell nicht erfasste Services auf dem Laufenden bleiben. Eine aufmerksame Kontrolle ist sehr wichtig, da die Cloud immer schneller wächst und nicht verwaltete Assets oft zu zunehmenden Audit-Aktivitäten führen. Viele Anbieter konzentrieren sich immer noch darauf, Sie in die Cloud zu schieben, und haben mit der nächsten unvermeidlichen Welle von Audit-Aktivitäten noch nicht angefangen. Nutzen Sie diese Zeit, um Ihre Systeme in Ordnung zu bringen, und überwachen Sie Veränderungen in den Lizenzmodellen.

Sonnige Aussichten: Immer mit der Ruhe

Schweifen Sie nicht ab und bleiben Sie auf dem Teppich, während die Cloud-Adaption weiter zunimmt. Ihr Unternehmen kann immer einen Schritt voraus sein, indem es dafür sorgt, dass Ihr Software Asset Management messerscharf auf die Herausforderungen der Cloud ausgerichtet ist. Wenn Sie strategisch über Cloud-Kostenmanagement nachdenken, dann sind Sie bei anstehenden Vertragsverhandlungen darauf vorbereitet, kostensparende Entscheidungen zu treffen.

Am wichtigsten ist, denken Sie strategisch! Softwareanbieter sind derzeit verzweifelt auf der Suche nach Cloud-Umsätzen. Seien Sie schlau und nutzen Sie dies zu Ihrem Vorteil. Stellen Sie sicher, dass Ihr Software Asset Management dynamisch bleibt und sich weiterentwickelt, während Sie die Cloud meistern.

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Themen: Cloud, SaaS