23. Feb. 2017

Die magischen Treppen im Schloss SAP - Teil I

Welche neuen Überraschungen erwarten SAP-Kunden in Zukunft? Erkennbar ist auf alle Fälle ein Trend, der sich seit 2014 ausweitet und immer „kreativere“ Formen annimmt: Bestandskunden sehen sich immer häufiger mit unerwarteten Nachkäufen konfrontiert. Gibt es einen Weg über die sich ständig verändernden Treppen im Schloss SAP? Ja! Indem der kühne SAM-Manager das Schicksal in die eigenen Hände nimmt und sich wappnet.

Die erste Treppe: AGB und PKL

Dass die SAP ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Preis- und Konditionenliste (PKL) gerne verändert, ist kein Geheimnis. SAM-Manager stehen vor der Situation: Welche Konditionen gelten? Welcher Weg führt zum gewünschten Ziel für den Kunden?

Empfehlung vom Experten:

Angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Verträgen – juristisch betrachtet ohnehin ein ungesunder Zustand – lautet das Zauberwort: „konsolidieren“. Verständigen Sie sich mit der SAP auf eine geltende Preisliste, am besten eine „ältere“, da die Konditionen im Laufe der Zeit stetig schlechter geworden sind. Dies sollte mit juristischer Unterstützung erfolgen.

Die zweite Treppe: Die Pauschale für die NON-SAP-DB-Nutzung

Die Pauschale für die NON-SAP-Datenbank-Nutzung (z.B. von Oracle) wurde zunächst von 11% auf 15%, dann auf 19% und jetzt auf 22% erhöht. Eine solche Pauschale zu akzeptieren mag auf den ersten Blick als der einfachste Weg erscheinen, denn dann vermisst Oracle die unter den SAP-Applikationen laufenden Datenbanken nicht.

Empfehlung vom Experten:

Kosten sparender könnte es allerdings sein, den Datenbank-Vertrag bei SAP zu kündigen und direkt zum Datenbank-Anbieter (z.B. Oracle) zu wechseln – vor allem, wenn ohnehin eine Oracle Full-Use-Lizenz erforderlich ist (Stichwort: indirekte Nutzung). Was zunächst teurer erscheint, birgt einen entscheidenden Vorteil, denn es gilt dies im Zusammenhang mit dem unvermeidlichen Wechsel zur HANA-Datenbank zu betrachten. Bei der Migration von z.B. Oracle zu HANA besteht so die Möglichkeit, Teile der Oracle-Datenbanken zu kündigen. So müssen nicht beide Datenbanken (Oracle und HANA) die gesamte Zeit der Migration bei der SAP lizenziert werden: und das ist unter Umständen langfristig günstiger.

Die dritte Treppe: SAP-Engines

Es gibt Engines, die vermessbar sind und solche, die es nicht sind. Stand heute kann die SAP die existierende Vielfalt an Metriken nicht darstellen. Sie arbeitet allerdings daran, indem sie ihre Standard-Audit-Tools anpasst und erweitert. Sobald eine neue Metrik vermessbar wird, werden viele Unternehmen plötzlich feststellen, dass sie die Nutzung bisher nicht lizensiert hatten – und/oder dass sich die Metriken in der Zwischenzeit verändert haben! So könnte eine Metrik aus dem Jahr 2010 (Kaufdatum) sein, das Audit-Tool vermisst aber nach dem Stand von 2016. Das Ergebnis kann nur falsch sein.

Empfehlung vom Experten:

Klären Sie mit der SAP, welche Metrik für Sie gilt, wenn dies nicht im Vertrag geregelt ist. Wird die richtige Metrik mit dem Audit-Tool vermessen? Für Engines, die nicht vermessbar sind, gilt die Self-Declaration. Ohne eine toolgestützte Messung kommen Sie nicht über diese Treppe. Wir empfehlen dafür LicenseControl for SAP.

Alles zu SAP-Named-User-Lizenzen und über „SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications“ finden Sie im zweiten Teil.

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Themen: Lizenzoptimierung, SAP, SAM Insights




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