19. Dez. 2017

Änderungen in der SAP Preis- und Konditionenliste 2017 / 4 – Ein erstes Entgegenkommen

Seit Monaten sind die DSAG und die SAP in Gesprächen darüber, wie in Zukunft mit dem strittigen Thema der “SAP NetWeaver Foundation for Third Party Applications” (NFW TPA) umzugehen ist. Im August 2017 gab es dazu eine Veröffentlichung im DSAG-Netz. Dabei ging es unter anderen um die Neuregelung der Lizenzierungspflicht für Drittanbieter-Szenarien (SAP NetWeaver Foundation for 3rd Party Applications).

Von einem Meilenstein war gar die Rede.

Changes to SAP List of Prices and Conditions 2017/4

Zugriff über APIs nicht mehr lizenzpflichtig

Darin stellte die DSAG unter anderem klar, dass der Code von Kunden oder von Drittanbietern auf dem ABAP- oder Java-Stack laufen muss, damit überhaupt ein Anspruch seitens der SAP gegeben ist. Warum war dies wichtig?

In den PKLs bis 2015/4 war stets von Runtime-Umgebungen die Rede. Das hatte die SAP in der PKL 2016/2 jedoch geändert. Da hieß es plötzlich, dass auch Anwendungen, die über APIs auf die Daten in den SAP-Tabellen zugreifen, ebenfalls eine zusätzliche „SAP NetWeaver Foundation For Third Party Application“ Lizenz benötigen, was eine deutliche Verschlechterung der bisherigen Forderungen bedeutete.

Das wurde nun wieder rückgängig gemacht.

Stellen Sie Ihre SAP Compliance sicher

Verbesserung im Aufgabenfeld der SAP Basis

Darüber hinaus teilte die DSAG mit, die SAP kläre intern, ob für Anwendungen, die der reinen Systemadministration, dem Systemmonitoring oder dem Systemmanagement dienen, die Lizenzpflicht in Zukunft ebenfalls nicht mehr bestehen sollte.

In den DSAG NWF-Erläuterungen 2017 heißt es unter Punkt 2.2: „Weitere, von der Lizensierungspflicht ausgenommene Fälle“: Des Weiteren interpretiert SAP die Lizenzpflicht für NWF TPA derzeit so, dass solche Anwendungen (von Dritten / Kunden), die rein der System Administration, dem System Monitoring und oder dem System Management dienen, keine Lizenzpflicht für NWF TPA auslösen. Die Umsetzung dieser Interpretation muss noch SAP intern geklärt werden.

Inzwischen hat die SAP diesen Punkt intern geklärt und ihn unter Punkt 5.13 in die aktuelle PKL 2017/4 aufgenommen.

Was müssen SAP-Kunden jetzt wissen?

Die SAP verlangt diese Lizenz von ihren Kunden, wenn diese ihre Eigenentwicklungen (Add-ons) oder Software von Drittanbietern auf der NetWeaver-Runtime-Umgebung laufen lassen wollen.

Dabei gibt es Stand heute zwei Ausnahmen:

  1. Die Eigenentwicklungen (Add-ons) oder die Software von Drittanbietern greifen nicht auf Informationen (Daten) in den SAP-Tabellen (Datenbank) zu.
  2. 2.) Add-ons und Drittanbieter-Software, die ausschließlich Funktionalität für Systemadmistration, -monitoring und –management enthalten. [Neu seit PKL 2017/4]

Bei der aktuellen Änderung in der PKL 2017/4 handelt es sich um das erste wirkliche Entgegenkommen der SAP in dieser Sache.

Die Begriffe Systemadministration, Systemmonitoring und Systemmanagement gehören alle zum Aufgabenfeld der SAP Basis. Darunter fallen also alle Drittanbieter-Software für:

  • Identity-Management
  • Berechtigungsverwaltung
  • Security-Management
  • Lizenzmanagement
  • Überwachungssoftware (Monitoring)
  • SAP-System-Kopien
Changes to SAP List of Prices and Conditions 2017/4

Noch lange nicht die beste Lösung für Kunden

Wir begrüßen diese Entwicklung sehr, obwohl wir nach wie vor der Meinung sind, dass die gesamte Forderung der SAP unrechtmäßig war und ist. Bis Ende 2018 hat SAP angekündigt, weitere Veränderungen diesbezüglich zu treffen. Ideal wäre, wenn die SAP ihre Forderungen ganz von der PKL streichen würde. Nach mittlerweile drei Jahren der Diskussion glauben wir jedoch nicht wirklich daran, dass dies passieren wird.

Um das Thema endgültig aus der Welt zu schaffen, wäre eine einfache und kostengünstige Lösung für alle SAP-Kunden praktikabel. Unser Vorschlag: eine einmalige Pauschale von 16.000 Euro, wie damals bei der NetWeaver-Einführung durch SAP. Im Gegenzug sollten alle SAP-Kunden das uneingeschränkte Recht erhalten, Nicht-SAP-Software - einschließlich Zugriff auf die Daten in den SAP-Anwendungstabellen - auf der SAP-Laufzeitumgebung zu nutzen.

Zahlen Sie zu viel an SAP?



Themen: SAP




Kommentare (0):

Es gibt noch keine Kommentare.