10. Feb. 2020

Wartungsverlängerung für SAP ERP ECC

Das von der SAP angekündigte vorläufige Wartungsende 2025 für die SAP Business Suite 7, dazu zählen Enterprise Resource Planning (ERP 6.0), Supply Chain Management (SCM 7.0), Supplier Relationship Management (SRM 7.0), Customer Relationship Management (CRM 7.0) und die Business Suite powered by SAP HANA, wurde nun bis Ende 2027 bzw. 2030 verlängert.

Timeline for SAP S/4HANA Cloud Migration Extended | Aspera Blog

SAP sagt die Wartung für SAP S/4HANA bis Ende 2040 zu. Gleichzeitig wird SAP die Mainstream-Wartung für Kernanwendungen der SAP Business Suite 7 bis Ende 2027 bereitstellen und anschließend eine optionale Extended-Wartung bis Ende 2030 anbieten.

Mehr Zeit für die Migration zu SAP S/4HANA

Vor mittlerweile fünf Jahren hat SAP ihre „Intelligent Suite der nächsten Generation“ vorgestellt und den Technologie-Wechsel eingeleitet. Aus Sicht des Software-Herstellers eine nachvollziehbare und richtige Entscheidung auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Nicht nur für SAP, sondern auch für seine ERP-Kunden, ein notwendiger Schritt, um weiterhin am Markt zu bestehen. Allerdings war und ist nicht jeder SAP-Kunde in der Situation, diesen Wandel zeitnah mitzugehen. Nicht jeder Kunde braucht ein neues Geschäftsmodell oder möchte die digitale Transformation seines Geschäfts. Andere sind ggf. gar nicht in der Lage zu investieren oder haben Investitionen an anderer Stelle getätigt. Aus diesem Grund ist es gut, dass die Kunden jetzt ein verlässliches Datum für das Wartungsende ihrer Business Suite haben. Nun haben sie die Zeit einen Business-Mehrwert im Wechsel ihres ERP-Systems zu suchen und dementsprechend neue Prozesse zu planen. Der komplexe Umstieg betrifft alle Bereiche des Unternehmens und hat Auswirkungen auf fast alle Mitarbeiter. Menschen brauchen Zeit, um sich auf den Wandel, wie zum Beispiel auf die neue SAP HANA Datenbank, vorzubereiten. Sie müssen geschult und motiviert werden.

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Was ist bei der S/4HANA-Migration zu beachten?

Auf der anderen Seite bietet der Wechsel auch viele Chancen endlich mit sogenannten „Altlasten“ aufzuräumen. Neben den veralteten Prozessen können Unternehmen jetzt u.a. das Berechtigungskonzept neu aufsetzen und mehr Wert auf Sicherheit und Datenschutz legen. Vor allem bietet die Einführung von S/4HANA die Möglichkeit alte SAP-Verträgen zu beseitigen. Der historisch gewachsene Lizenzbestand passt in vielen Fällen nicht mehr zur tatsächlichen Nutzung. Durch die Verlängerung der Wartung bleibt den Kunden nun Zeit um durch folgende Themen zu gehen:

  • Ihre bestehenden SAP-Verträge analysieren
  • Ihre tatsächliche Nutzung zu untersuchen
  • Festzustellen, welche Lizenzen sie nach dem Wandel tatsächlich benötigen
    • SAP S/4HANA
    • Business-Suite-Funktionen, für die es keinen S/4-Nachfolger gibt
    • Third-Party-Applications und deren Auswirkungen auf die SAP-Lizenzen-Situation (Digital Access)
    • Eigenentwicklungen sowie
    • Cloud-Produkte (SAP und NON-SAP)
  • Eine Verhandlungsstrategie für die neue SAP-Vertragsgestaltung erarbeiten

Diese Untersuchungen, so zeigen unsere Erfahrungen aus den letzten Projekten, brauchen Zeit und sollten ohne Eile durchgeführt werden. Die zukünftigen und richtigen Lizenzen zu bestimmen, beinhaltet zusätzlich ein großes Optimierungspotential, vor allem wenn es um die „SAP S/4HANA Enterprise Management for Professional / Functional / Productivity use“ Lizenzen geht.

Diese Untersuchungen haben Auswirkungen auf die zukünftigen Wartungszahlungen an SAP, welche für SAP S/4HANA bis Ende 2040 zugesagt worden ist. Kunden, die ihre Business Suite über Ende 2027 hinaus nutzen wollen, haben zwei Optionen:

  • Extended Maintenance
    • Diese ist verbunden mit einem Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die bestehende Wartungsbasis für besagte Kernanwendungen und gilt für alle Supportangebote. Extended Maintenance steht für drei Jahre von 2028 bis 2030 zur Verfügung.
  • Customer Specific Maintenance
    • Diese beinhaltet die Lösung bereits bekannter Probleme bei unveränderten Gebühren.

„Die Innovationszyklen werden immer kürzer“, begründete verständlicherweise Christian Klein (Co-CEO von SAP) den Schritt, die Wartung für ältere Produkte nicht unbegrenzt garantieren zu können. Es sei sehr aufwendig, Gesetzesänderungen in allen 180 Ländern in der Software abzubilden und immer ausreichend gute Spezialisten für die Programmierung der älteren Produkte vorzuhalten.

Bleibt zu hoffen, dass durch die 5-Jahres-Wartungsverlängerung die entstehenden zusätzlichen Kosten, nicht wieder durch zusätzliche versteckte Gebühren (wie 2015 bei der Einführung von S/4HANA durch die plötzliche und wahrscheinlich unbegründete Gebühren-Erhebung für die sogenannte „indirekten Nutzung“) auf Bestandskunden umlegt wird.

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Themen: Cloud, SAP, Industry Events