01. Dez. 2016

Kein Grund zum Abheben: Was die Cloud wirklich bedeutet

Die IT-Branche wird völlig von der Diskussion um die Cloud beherrscht und SAM bildet hier keine Ausnahme. Gartner prognostiziert, dass der weltweite Markt für Cloud Services bis Ende 2016 einen Wert von 204 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Das würde einer ernstzunehmenden Verlagerung des Markts weg vom traditionellen On-Premise-Softwaremodell gleichkommen.

Die 3 (oder 4) Arten der Cloud Services

Im Markt kursieren zahlreiche Schlagwörter im Zusammenhang mit der Cloud, die so mancher nach Lust und Laune benutzt.  Das Begriffschaos lässt sich leicht klären. Sehen wir uns die drei Arten von „Cloud“ an, die immer wieder genannt werden. Was steckt wirklich dahinter?

Aufgrund drastisch gestiegener Umsätze, die im Zusammenhang mit dem Medienhype zu sehen sind, kann man die Cloud schlecht ignorieren. Einige Anbieter profitieren von der erfolgreichen Vermarktung dieses Trends mit Sicherheit –  vor allem, indem sie ein Szenario der Dringlichkeit entwerfen und Ängste schüren, damit sie ihre Produkte und Services verkaufen können.

Doch ist die Umstellung auf die Cloud wirklich so dringlich? Wenn Sie verstehen, was die Cloud wirklich ist und wie sie sich auf Ihr SAM auswirkt, ist eine überlegte und effektive Umstellung möglich.

 

Widersprüchliche Prognosen

Im Gegensatz zum üblichen Hype berichtete das Wall Street Journal kürzlich über einen rückläufigen Trend bei der Umstellung der Unternehmen auf die Cloud. Wie eine Online-Befragung unter 500 Führungskräften und IT-Verantwortlichen in Unternehmen ergab, kam es in den letzten zwei Jahren zu einem allgemeinen Rückgang beim Einsatz cloudbasierter Anwendungen.

Zum Hype um die Cloud kommt noch hinzu, dass laut Wall Street Journal einige Cloud-Anbieter Verwirrung auf dem Markt stiften. Sie verwenden gerne die Bezeichnung „Cloud“ für eine Reihe von Onlineprodukten, die technisch gesehen gar keine Cloud Services sind.

Anstelle einer radikalen Umstellung auf die Cloud, für die viele Anbieter aggressiv werben, gibt es immer mehr Hinweise, wie eine kluge SAM-Strategie aussehen könnte: eine Hybridlösung aus Cloud Services und On-Premise-Lizenzierung. Im Oktober kündigte Amazon Web Services (AWS) an, dass Amazon der Hauptanbieter der Public Cloud von VMware sein wird. Dieser kühne Schritt zielt darauf ab, die Existenz einer hybriden Cloud für Unternehmen zu festigen. Und es bedeutet, dass der Mix aus physikalischen und virtuellen Ressourcen trotz stärkerer Verbreitung der Cloud ein Branchenstandard bleiben dürfte.

Was steckt also wirklich hinter der Cloud? Und noch wichtiger: Wieviel Gewicht sollten Sie der Cloud im Zusammenhang mit Ihrer SAM-Struktur einräumen? Konzentrieren wir uns auf zwei wesentliche Fragen:

  1. Was ist die Cloud?
  2. Was bedeutet eine Umstellung auf die Cloud für Ihr SAM?

Public Cloud

Unter Public Cloud versteht man das, was Sie vermutlich als „echte“ Cloud bezeichnen würden. Die Public Cloud ist eine Umgebung, in der Ihre Software auf virtuellen Maschinen läuft, die vom Anbieter gehostet werden. Sie teilen sich die Rechenleistung des Anbieters mit der Software und den Daten einer beliebigen Anzahl anderer Unternehmen.

Beispiele für die Public Cloud sind Microsoft Azure, Amazon Web Services oder ServiceNow. 

Private Cloud

Der Begriff „Private Cloud“ hat zwei gängige Bedeutungen.

Als Private Cloud wird zum einen eine IT-Umgebung (Hardware, Netzwerk und Speicher) bezeichnet, die von einem Drittanbieter ausschließlich zu dem Zweck bereitgestellt wird, die Daten Ihres Unternehmens zu hosten. Bei diesem Szenario läuft nur Ihre Software auf einem bestimmten Server.

Zum anderen kann Private Cloud auch ein unternehmenseigenes Rechenzentrum bezeichnen. Dabei handelt sich mitnichten um eine Cloud und damit sind keine weiteren Auswirkungen auf das von Ihnen ohnehin schon praktizierte SAM verbunden. Mit diesem Beispiel lässt sich das eben erwähnte Begriffschaos gut illustrieren.

License Cloud

Hinter der License Cloud verbirgt sich eine recht clevere Vermarktungsstrategie für Software.

Ein gutes Beispiel für eine License Cloud ist die Adobe Creative Cloud. Sollten Sie von der Creative Suite zur Creative Cloud gewechselt haben, wissen Sie, dass die Anwendungen der Creative Cloud auf den Endgeräten installiert werden. Doch weshalb wird hier der Ausdruck „Cloud“ verwendet? Nun, Adobe hat tatsächlich sein Entwicklungs-, Einsatz- und Lizenzierungsmodell geändert, um die größere Agilität der Software darzustellen (und, vermutlich, um damit den Umsatz zu steigern). Adobe bietet auch einige Cloud Services an, beispielsweise Daten-Hosting zum Zweck besserer Zusammenarbeit oder Bildbestände. Obwohl Adobe seine Grafiksoftware clever umbenannt hat, um diese an den Trends der Branche auszurichten, handelt es sich bei Creative Cloud um keine echte Cloud, die Auswirkungen auf das SAM hat.

Die „Fuzzy“ Cloud

Und dann gibt es noch Cloud-Arten wie Microsoft Office 365, die schwerer einzuordnen sind. Sie können Office 365 in der Public Cloud verwenden. Sie können Office 365 auch in der Private Cloud einsetzen. Alternativ können Sie Office 365 auch über eine lokale Installation nutzen. Und – Sie ahnen es schon – Sie können Office 365 auch als Hybridlösung einsetzen.

Ein verbreitetes Szenario für den Einsatz der MS Office-Produkte ist der Zugriff über Remotedesktopdienste (RDS) sowie über die lokalen Geräte des Anwenders. Einige Lizenzen für Office 365 bieten für diesen speziellen Fall sogar ein erweitertes Nutzungsrecht. Wie können Sie wissen, welche Anwender Zugriff auf Office 365-Anwendungen über RDS haben? Eine mögliche Lösung ist der Einsatz eines PowerShell-Scripts, um eine Abfrage beim Office 365-Portal durchzuführen, über das die Benutzerverwaltung läuft. Unsere Lizenzoptimierungslösung Aspera SmartTrack wertet die Ausgabe dieses Scripts aus und erfasst den Bedarf an Office 365-Lizenzen. Doch was ist, wenn Sie auch über Abonnements verfügen, die das Recht auf eine lokale Installation umfassen? Damit Sie bei diesem Szenario keine Lizenzen doppelt erfassen, darf die Lizenzmanagementsoftware (z. B. SmartTrack) die Zweitinstallation nicht berücksichtigen.

Während die Bezeichnung „Cloud-Software“ für Office 365 nicht falsch ist, hat das oben beschriebene Szenario keinerlei Bezug zur „echten“ Public Cloud. Damit spiegelt sie womöglich tatsächlich Ihre bestehende traditionelle IT-Umgebung wider!

Fazit

Es gibt keine einheitliche Definition der Cloud mit branchenweiter Gültigkeit. Doch das ist in Ordnung, denn Sie haben diese Art der Komplexität bereits bei der traditionellen IT-Architektur bewältigt. Es unterscheiden sich nur die Details. Wenn Sie den Ausdruck „Cloud“ für Software hören, müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass viele Möglichkeiten – und Fallstricke – mit diesem Lizenzierungsmodell verbunden sind. Als SAM-Verantwortlicher sollten Sie stets das Lizenzmodell und die Einsatzoptionen in jeder Umgebung prüfen.

In meinem nächsten Blog werde ich die speziellen Strategien zur Bewältigung der drei häufigsten Herausforderungen beim SAM schildern. Falls Sie Fragen dazu haben, welche Auswirkungen die Umstellung auf die Cloud für Ihr SAM-Programm hat, nehmen Sie zu einem Experten unseres Teams Kontakt auf. Oder senden Sie mir direkt eine Nachricht.



Themen: Cloud